Quadruple Witching ist zurück — und Crypto-Perp-Trader beobachten es genau
Am Freitag, dem 20. März 2026, steht der quartalsweise Quadruple-Witching-Verfall an den globalen Derivatemärkten an — die gleichzeitige Abrechnung von Aktienindex-Futures, Aktienindex-Optionen, Einzelaktien-Optionen und Einzelaktien-Futures. Für Perpetual-Futures-Trader im Kryptobereich ist das kein reines TradFi-Ereignis. Das Ansteckungsrisiko über Anlageklassen hinweg ist real, und das aktuelle Makroumfeld macht diesen Verfall besonders bedeutsam.
Um das Ausmaß einzuordnen: Beim Quadruple Witching im März 2025 verfielen in einer einzigen Session rund $4,7 Billionen an Aktien- und Indexderivaten — der höchste S&P-500-Handelstag des gesamten Jahres, laut TradeStation. Die Zahlen für März 2026 liegen noch nicht vor, aber angesichts des aktuellen Volatilitätsumfelds ist die Positionierung vergleichbar oder sogar größer.
Wie beeinflusst Quadruple Witching den BTC-Perpetual-Markt?
Bitcoins Korrelation mit breiten Risikoanlagen hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich vertieft. Wenn Institutionen gezwungen sind, Absicherungen aufzulösen, Aktienexposure neu zu gewichten und große Derivatebücher in einem engen Zeitfenster zu rollen — typischerweise konzentriert auf die letzte Stunde der US-Handelssession — bleibt die daraus resultierende Volatilität nicht auf den Aktienmarkt beschränkt.
Stand 19. März 2026 handelt BTC unter $69.000 und steht bereits unter Druck durch ein Makroumfeld, das Öl bei $120 pro Barrel aufgrund eskalierender Konflikte im Nahen Osten, Gold unter $4.600 und einen VIX über 35 — dem höchsten Stand seit über einem Jahr — umfasst. Diese Kombination aus Risk-off-Signalen schafft ein fragiles Setup vor dem Verfall am Freitag.
Für Perp-Trader sind die entscheidenden Übertragungsmechanismen: Funding Rates, Verschiebungen im Open Interest und Liquidation-Cluster. Ein starker Aktieneinbruch im Witching-Fenster könnte kaskadierende Long-Liquidationen in BTC- und ETH-Perpetuals auslösen — besonders dann, wenn der Spot-Preis wichtige Unterstützungsniveaus bricht, an denen sich gehebelte Longs angesammelt haben.
Was die historische BTC-Performance rund um Quad Witching zeigt
Blickt man auf die Quadruple-Witching-Termine 2025, waren BTCs Kursbewegungen am jeweiligen Tag selbst weitgehend gedämpft — doch der Post-Event-Drift zeigte konsistent nach unten:
- 21. März 2025: Leicht im Minus am Handelstag; BTC erreichte in den folgenden Wochen infolge des Liberation-Day-Zollschocks ein lokales Tief nahe
$76.000. - 20. Juni 2025: Rückgang von
1,5%am Tag; lokales Tief nahe$98.000nur zwei Sessions später. - 19. September 2025: Intraday über
1%im Minus; gefolgt von einer scharfen Korrektur von$177.000auf$108.000innerhalb einer Woche. - 19. Dezember 2025: Schluss rund
3%höher nahe$85.000, allerdings innerhalb eines breiteren Drawdowns von den Oktober-Hochs.
Das Muster ist konsistent: gedämpfte Kursbewegung am Verfallstag selbst, gefolgt von spürbarer Schwäche in den darauffolgenden Tagen bis Wochen. Wer auf gerichtete Moves am Verfallstag selbst setzt, schaut möglicherweise auf den falschen Zeithorizont. Das eigentlich handelbare Signal ist der Post-Expiry-Drift.
Implizite Volatilität preist das Risiko bereits ein
Cole Kennelly, CEO von Volmex Finance, wies darauf hin, dass Quadruple Witching „einen Anstieg der assetklassenübergreifenden Volatilität auslösen könnte, wenn große Derivatepositionen verfallen", und ergänzte, dass der Bitcoin Volmex Implied Volatility (BVIV) Index im Vorfeld des Ereignisses gestiegen ist. Erhöhte BVIV-Werte vor einem wichtigen Makro-Verfall signalisieren, dass die Optionsmärkte bereits eine breitere Verteilung möglicher Ergebnisse einpreisen — relevant für Perp-Trader, die ihr Delta-Exposure und Funding-Rate-Risiko managen.
Erschwerend kommt hinzu: Der eigene quartalsweise Krypto-Verfall folgt am 27. März, mit einem Nominalwert von $13,5 Milliarden, der auf Deribit verfällt. Die aktuelle Positionierung für diesen Verfall tendiert eher zu Volatilitätsstrategien als zu starken direktionalen Wetten — ein Signal dafür, dass erfahrene Optionstrader bei der Richtung unsicher sind, aber davon überzeugt sind, dass die realisierte Volatilität erhöht bleiben wird.